Woher die Wärme kommt
Eine Brauchwasserwärmepumpe ist eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die auf einem Speicher sitzt und ausschließlich das Trinkwasser erwärmt — auf 50 bis 60 Grad, wie die Energieberatung der Verbraucherzentrale angibt. Die Energie dafür holt sie überwiegend aus der Umgebungsluft: rund 70 Prozent kommen aus dem Raum, nur etwa 30 Prozent aus dem Netz.
Das ist der ganze Trick, und er erklärt die Zahlen in der Tabelle. Aus einer Kilowattstunde Strom werden drei bis vier Kilowattstunden Wärme, so gibt die Verbraucherzentrale die Spanne an; dieses Verhältnis über ein volles Jahr heißt Jahresarbeitszahl. Herstellerzahlen liegen eher am unteren Rand. Bosch nennt für vier Personen 800 bis 1.100 Kilowattstunden Jahresstrom, und das entspricht bei 2.400 Kilowattstunden Bedarf einer Jahresarbeitszahl von 3,0 bis hinunter zu 2,2. Wir rechnen auf dieser Seite deshalb durchgehend mit 3,0 und nicht mit 4.
Gegen einen elektrischen Speicher gewinnt das Gerät deshalb immer. Gegen eine Gasheizung fällt der Vorsprung deutlich kleiner aus: Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rechnete im November 2023 für denselben Haushalt mit rund 160 Euro Ersparnis im Jahr.
Wann sich der Tausch lohnt
Drei Ausgangslagen kommen in Frage, und sie unterscheiden sich stark.
Ein elektrischer Boiler oder Durchlauferhitzer versorgt das Haus. Hier ist der Sprung am größten, weil jede eingesparte Kilowattstunde direkt eine Kilowattstunde Haushaltsstrom ist. Bei 37,0 ct/kWh und 2.400 Kilowattstunden Bedarf sinken die Kosten von 888 auf 296 Euro im Jahr. Rund 3.000 Euro Anschaffung haben sich damit nach knapp fünf Jahren zurückverdient.
Die Öl- oder Gasheizung läuft im Sommer nur noch fürs Wasser. Das ist der zweite Fall, und er ist eher ein Betriebsargument als ein Sparargument: Ein Kessel, der von Mai bis September ausschließlich einen Speicher nachheizt, arbeitet mit schlechtem Wirkungsgrad und altert trotzdem. Wer ihn im Sommer abstellen kann, verlängert seine Restlaufzeit. Die reine Kostenersparnis bleibt aber im Bereich der 160 Euro, die oben stehen.
Eine Photovoltaikanlage liefert Überschuss. Der Speicher lässt sich mittags aufheizen, wenn der eigene Strom sonst für wenige Cent ins Netz ginge. Wie viel das bringt, hängt an der Anlage und am Verbrauchsprofil — pauschale Zahlen dazu wären geraten, und wir lassen sie deshalb weg. Wer die Wirtschaftlichkeit der Anlage selbst nachrechnen will, findet die Größen dafür in unserem Kostenrahmen je Gewerk.
Der Zuschuss, den es für dieses Gerät nicht gibt
Hier weichen viele Herstellerseiten von der Aktenlage ab, deshalb die genaue Formulierung. Das Merkblatt zur KfW-Heizungsförderung 458 in der Fassung vom Juli 2026 zählt auf, was gefördert wird: „Förderfähig sind folgende Anlagen zur Heizungstechnik" — solarthermische Anlagen, Biomasseheizungen, elektrisch angetriebene Wärmepumpen, Brennstoffzellen, wasserstofffähige Heizungen, innovative Heizungstechnik sowie der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz.
Ein Gerät, das nur das Trinkwasser erwärmt, ersetzt keine Heizung. Es steht damit nicht auf dieser Liste, und ein eigener Antrag dafür geht ins Leere. Mitgefördert werden kann es, wenn es Teil eines förderfähigen Heizungstauschs ist — dann zählt es zu den Kosten der Gesamtmaßnahme.
Wer also ohnehin vom Kessel auf eine Wärmepumpe wechselt, sollte das Warmwassergerät im selben Vorgang mit erfassen lassen. Die Sätze dafür stehen seit dem 21. Juli 2026 fest: 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtstromspeicherheizung, dazu ein Einkommensbonus. Gedeckelt ist das bei 70 Prozent, für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 30.000 Euro bei 80 Prozent. Anrechenbar sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Was sonst noch dazugehört, steht in unserer Übersicht der Zuschüsse und im Beitrag zum Umstieg von Öl auf Wärmepumpe.
Reihenfolge entscheidet über den Zuschuss
Der Antrag muss vor dem Auftrag stehen. Die KfW verlangt zuerst eine Bestätigung zum Antrag vom Fachunternehmen und einen Liefervertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Wer vorher unterschreibt, verliert die Förderung für die gesamte Maßnahme.
Prospektwert und Wirklichkeit
Im Datenblatt steht meist ein COP, gemessen nach EN 16147 unter Laborbedingungen. Bosch gibt für seine Geräte 3,0 bis 3,5 an. Dieser Wert entsteht bei definierter Lufttemperatur und definiertem Zapfprofil — im Keller im Februar sieht es anders aus.
Was zählt, ist die Jahresarbeitszahl über zwölf Monate. Sie liegt regelmäßig unter dem Prospektwert, weil kalte Ansaugluft die Leistung drückt und weil viele Geräte für höhere Speichertemperaturen einen elektrischen Heizstab zuschalten. Jede Stunde, in der dieser Stab läuft, ist eine Stunde mit Jahresarbeitszahl 1.
Für die eigene Rechnung heißt das: mit 3,0 kalkulieren, nicht mit 3,5. Wer beim Angebot nach der zu erwartenden Jahresarbeitszahl im konkreten Aufstellraum fragt statt nach dem COP, bekommt entweder eine belastbare Antwort oder einen aufschlussreichen Blick.
